Kammerphilharmonie Bad Nauheim

Sinfoniekonzert-Reihe
Bad Nauheim,
• Ludwig van Beethoven: Violin-Konzert D-Dur op. 21
• Robert Schumann: Sinfonie Nr. 4 d-Moll op. 120

Dirigent: Uwe Krause
Solistin: Selma Spahiu (Violine)

Wien, 23. Dezember 1806. Beethovens Violinkonzert wird uraufgeführt. Der Saal des Theaters an der Wien ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Wenn der Geigenvirtuose und Orchesterdirektor Franz Clement seine Musikalische Akademie veranstaltet, darf man sich das als Wiener eben nicht entgehen lassen. Hinter der Bühne macht sich der 26-jährige Clement bereit für seinen Auftritt. Normalerweise ist er bei Solokonzerten die Ruhe selbst, immerhin stand er schon mit neun als Wunderkind auf dem Podium.
Heute jedoch ist Clement ungewöhnlich angespannt. "Ist ja auch klar", denkt er sich. "Beethoven hat mir immerhin erst vor 48 Stunden die Noten seines neuen Violinkonzerts in die Hand gedrückt." Zugegeben, er hat das Konzert auch ziemlich kurzfristig in Auftrag gegeben. Als Höhepunkt seines Konzerts sozusagen. "Und nun habe ich nicht mal genug Zeit, um alle Stellen zu proben." Da muss Clement jetzt durch. Mit souveräner Haltung betritt er die Bühne, nickt seinen Orchesterkollegen zu und gibt den Einsatz.

Fast schon tragisch ist die Tatsache, dass die Sinfonie bei ihrer ersten öffentlichen Aufführung beim Publikum durchfiel. Denn für Schumann, der sich aus großer Freude über die bitter errungene Heirat mit Clara Wieck voller Tatendrang und Schaffenseifer an die Komposition machte, handelte es sich um eine aufrichtige Herzensangelegenheit. „Wahrhaftig meine nächste Sinfonie soll Clara heißen“, ließ er verlauten und stellte die Arbeit an dem Werk am 13. September 1841, dem 22. Geburtstag seiner geliebten Ehefrau fertig.
Die Sinfonie war jedoch andersartiger, als es sich das damalige Publikum vorstellte. Schumanns Konzept von einem durchkomponierten Werk ohne Pause, weg von der traditionellen viersätzigen Form hin zu einer offenen, sich fortlaufend weiterentwickelnden Struktur, stieß beim Publikum der Uraufführung auf Unverständnis.
Nachdem die Uraufführung ohne jegliche Resonanz blieb, entschied sich Schumann, die Sinfonie zunächst nicht zu veröffentlichen und das Werk grundlegend zu überarbeiten. Ein Plan, den er erst nach dem Erfolg seiner Rheinischen Sinfonie in die Tat umsetze. Erst im Jahr 1853 erschien sie als seine vierte Sinfonie im Druck.
Die ursprünglich italienischen Satzbezeichnungen tauschte Schumanngegen deutsche Angaben, der größte Unterschied liegt jedoch nicht wie vermutet in der Form des Werkes, sondern vielmehr in der grundlegend überarbeiteten Instrumentation. Vormals solistisch besetzte Passagen sind in der zweiten Fassung meist in ganzen Stimmengruppen komponiert, was dem vormals transparenteren Klangcharakter in der zweiten Fassung deutlich konzentrierter wirken lässt. Die Uraufführung der revidierten Fassung erfolgte am 3. März 1853 – und wurde ein großer Erfolg.

Veranstaltungsort

Preise

Erwachsene: 20,00 €
Erwachsene (ermäßigt): 16,00 €