Kammerphilharmonie Bad Nauheim

Sinfoniekonzert-Reihe
Bad Nauheim,
• Igor Strawinsky: Danses concertantes
• Henri Tomasi: Konzert für Posaune und Orchester
• Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 3 Eroica

Leitung: Uwe Krause
Solist: Kris Garfitt (Posaune)

Für ein Unterhaltungsorchester im sonnigen Kalifornien schrieb Igor Strawinsky 1941/42 seine fünf Konzertanten Tänze, die eigentlich eine verkappte Ballettsuite sind. Das Werner Janssen Orchestra spielte sie erstmals 1942 unter der Leitung des Komponisten, und schon zwei Jahre später schuf George Balanchine dazu in New York eine legendäre Choreographie. In der Tat handelt es sich um anmutige Tänze im Stil des Neoklassizismus, die nach der Szene zu rufen scheinen. Die beiden Märsche zu Beginn und am Ende sind der Auftritt und Abzug der Tänzer, die beiden Zwischensätze deuten schon in ihren Titeln auf das Ballett hin: auf den Pas d’action, das Handlungsballett, und den Pas de deux, den Duotanz von Primaballerina und erstem Tänzer. In der Mitte stehen vier Solovariationen über ein Thema.

Zurückhaltend ist die Musik von Henri Tomasi nun wirklich nicht. Der französische Komponist mit korsischer Abstammung legte viel Wert auf Individualität. Für ihn kommen musikalische Systeme nicht in Frage. Seine Musik soll nicht für den Verstand und Richtlinien gelten, sondern das Publikum bewegen und zum Fühlen bringen. Er gestaltet seine moderne Musik durch das Nutzen unterschiedlicher Genres, Besetzungen, musikalischer Stile und Elemente der orientalischen, korsischen und kambodschanischen Musik – so auch in diesem Konzert.

Begeistert vom Gedankengut der Französischen Revolution mit ihrer Forderung nach Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, schien Napoleon ihm zunächst die geeignete Persönlichkeit, jene Grundsätze in Europa zu etablieren. So plante Beethoven gar im Jahr 1804 den Umzug von Wien nach Paris – ein Vorhaben, welches jedoch mit dem Ereignis vom 2. Dezember 1804 – der Selbstkrönung Napoleons zum Kaiser – sein jähes Ende fand. „Ist der auch nichts anderes wie ein gewöhnlicher Mensch! Nun wird er auch alle Menschenrechte mit Füßen treten, nur seinem Ehrgeize frönen; er wird sich nun höher, wie alle anderen Stellen, ein Tyrann werden“, soll Beethovens Ausruf gewesen sein. Auch der Plan, seine Sinfonie „Bonaparte“ zu betiteln, war damit hinfällig. Laut seinem Schüler Ferdinand Ries zerriss Beethoven gar das originale Titelblatt der Sinfonie und ließ es bei der Neuanfertigung mit dem heutigen Beinamen „Eroica“ versehen.

Treffpunkt

Preise

Erwachsene: 20,00 €
Erwachsene (ermäßigt): 16,00 €