Schlangenbad

Der Ort mit Zeit
Schlangenbad ist ein malerischer Ort. Mit nur 940 Einwohnern, am Rande des Rhein-Main-Gebiets, wohl einer der kleinsten Kur- und Badeorte Deutschlands, an der Walluf und am warmen Bach gelegen, zwischen unterem Taunus und dem fruchtbaren Weinland des Rheingaus. Das belebende Mittelgebirgs-Klima wird durch den südlichen Einzug warmer Luft gemildert und erfrischt Geist und Körper aufs Angenehmste. Steilabfallende Berge umrahmen Schlangenbad im tief eingeschnittenen Tal. Nur gen Süden findet der Blick den Horizont. Ruhe und Abgeschiedenheit schlagen den Gast in einen zauberhaften Bann. Nicht nur Lage, Natur und Klima sind außergewöhnlich. Die Heilkräfte der warmen Quellen von Schlangenbad werden Mitte des 17. Jahrhunderts erstmals bekannt, aber bis der Badebetrieb in Schwung kommt, dauert es. Erst 1694/97 entstehen ein richtiges Badehaus mit „Schwitzstube“ und ein Gästehaus, 1704 schließlich das großzügige „Mainzische Haus“ für Fürsten mit großem Hofstaat. Drei Jahrhunderte ist Schlangenbad einer der bevorzugten Kurorte europäischer Königshäuser. Das kleine Waldtal ist als feudales Luxusbad bekannt, dessen Kurlisten sich wie das „Who’s Who“ des 18. Jahrhunderts lesen. Die deutsche Kaiserin Augusta, Königin Isabella von Spanien sowie Fürsten und Prinzessinnen mit großem Gefolge, Kardinäle, Generäle, Diplomaten, Kaufleute und Bankiers residieren in Schlangenbad. Das illustre Badeleben mit viel Plaisier und sogar Glücksspiel aber erleidet mit Kriegsbeginn und der Fremdherrschaft unter Napoleon einen Einbruch.Erst 1835 mit dem Bau neuer Bäder nimmt eine weitere Glanzzeit des Kur- und Badebetriebs ihren Lauf. Schlangenbad erlangt in der Romantik erneut Weltruhm mit prominenten Kurgästen aus Hochadel, Politik und Kunst. Der außergewöhnliche Erholungswert des Staatsbades genoss seither internationales Renommee.Das kleine, einstige Modebad des europäischen Hochadels verfügt über neun warme Thermalquellen, die auch im historischen Kurpark, dem Herzstück des Ortes, entspringen und das Thermalfreibad, die Aeskulap Therme sowie den Warmen Bach speisen. Letzterem folgt der Kurpark auf rund einem Kilometer Länge und lädt wie in früheren Zeiten zum Lustwandeln ein. Noch aus dem frühen 18. Jahrhundert stammen die schattenspendenden Alleen, allen voran die Nassauer Allee von 1700 und die Küsschen Allee von 1725, die mit ihrem Namen sicherlich auch auf kurzweilige Kurzeiten und Kurschattenerlebnisse anspielt. Große Teile des Parks und seiner baulichen Anlagen sind als Kulturdenkmäler nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz ausgewiesen und geschützt. So bietet die Parkanlage heute den passenden Rahmen für die im Juni jährlich stattfindenden Kräutertage mit großem Kräutermarkt und zahlreichen Rahmenveranstaltungen. Die Äskulapnatter, Symbol der Ärzteschaft und Namensgeber von Schlangenbad, hat hier noch ihren Lebensraum. Dem seltenen, harmlosen und schönen Reptil kann man sich mit etwas Glück auf speziellen Schlangenführungen nähern.Die Region rund um Schlangenbad lässt sich wunderbar erwandern. Der Rheinsteig z.B. führt direkt durch den Schlangenbader Kurpark. Von hier geht’s auf zu schmalen Wegen, bergauf und bergab mit Steigen zu Wäldern, Weinbergen und spektakulären Aussichten. Auf einsame, naturbelassene und waldreiche Natur treffen Wanderer auf dem Wisper-Taunus-Steig, 44 km von der Wisper-Quelle bis zur Mündung, der Verbindung zwischen den Fernwanderwegen Rheinsteig und Limeserlebnispfad. Dazu gibt es noch 14 Rundwanderwege, die sogenannten Wisper Trails. Insgesamt 208 km Premiumwanderwege.