„Ich will nochmal!“
„Mama, können wir noch mehr Tierfutter haben?“
„Schneller!!“

Aus allen Ecken tönen die hohen Kinderstimmen. Die sonst so allgegenwärtige Ruhe, die man im Taunus findet, wird ersetzt durch freudige Juchzer, lautes Gelächter und Kinderherzen, die höher schlagen. Während ich neben dem Karussell nahe des Eingangs stehe und brav jedes Mal winke, wenn einer der Jungs seine Runde dreht, merke ich, wie mich eine ganz besondere Stimmung erfasst.

Schon als Kind bin ich mindestens einmal im Jahr hier gewesen. Eingebettet in die malerische Landschaft vor den Toren Wehrheims liegt dieser besondere Ort. Der Name „Lochmühle“ kommt unscheinbar daher, ein Zeugnis der Geschichte, die hier einst stattgefunden hat. Doch schon beim Betreten stellt man fest, dass es hier anders ist. Es ist nicht wie in den klassischen Freizeitparks, die mit „Höher, Schneller, Weiter“ werben.

© Taunus Touristik Service

Was ist die Lochmühle eigentlich?

Es ist kein groß geratener Bauernhof, denn die traditionelle Landwirtschaft wird hier seit Jahren nicht mehr betrieben. Es ist auch kein Spielplatz, auch wenn man in zahlreichen Ecken Rutschen, Schaukeln und Sand findet. Es ist eine Mischung aus allem und doch beschreibt nichts davon, was man hier erlebt.

Die Lochmühle ist einzigartig. Nachdem die traditionelle Landwirtschaft schon vor vielen Jahren aufgegeben wurde, baute der Parkgründer Theo Zwermann stattdessen einen Reiterhof mit eigener Ponyzucht auf. Das Maskottchen Polo (für Ponyhof Lochmühle) erinnert noch heute an den Ursprung des Kinderparadieses.

Um die Kinder auf dem Reiterhof zu unterhalten, standen ausgediente Traktoren auf dem Gelände, die ersten Karussells wurden aus Wagenrädern gebaut. Die Traktoren findet man heute immer noch, die Karussells nicht mehr. Diese wurden ausgetauscht gegen moderne Fahrgeschäfte und spannende Attraktionen. Aber im Vergleich zu den großen Freizeitparks ist dieser hier auf Kinder ausgelegt, weswegen alle diese Fahrgeschäfte so konzipiert sind, dass sie schon von den Kleinen gefahren werden können.

© Freizeitpark Lochmühle

Vom Karussell aus gehen wir zuerst zum Bruthaus, in dem Eier der im Park lebenden Hühner, Enten und Gänse in den Brutkästen liegen.

Staunend drücken sich die Kinder an den Scheiben die Nasen platt um zu sehen, wie die Küken schlüpfen. Diese kleinen Besonderheiten, diese Einblicke in das Bauernhof-Leben, begegnen einem an jeder Ecke im Freizeitpark. Sie sorgen dafür, dass Lernen ein Erlebnis wird. Wir kommen vorbei an Volieren und Käfigen, um zur Traktorbahn zu gelangen. Dort angekommen, setzen sich die Jungs schon auf die Sitze und steuern professionell guckend (okay, sie ist elektrisch angetrieben, aber das verrate ich ihnen noch nicht) durch die verschiedenen Feldpflanzen.

© Freizeitpark Lochmühle

Weiter geht es, denn wir wollen noch viel entdecken:

Vorbei am Tiergehege („Nein, mein Schatz, wir nehmen kein Lämmchen mit, auch wenn es dir so niedlich hinterherläuft“) und zwischen den kostenlos zu mietenden Grillhütten hindurch geht es zu einem Ort, an dem Erinnerungen wach werden. Schon vor knapp 30 Jahren konnte ich hier meine erste Achterbahn-Erfahrung machen – wir sind an der Eichhörnchenbahn angekommen. Auch wenn die Kinder mittlerweile alleine fahren könnten, hier will ich mit.

© Freizeitpark Lochmühle

Nach und nach erkunden wir auf diese Art den Park, manche Attraktionen kenne ich noch aus der Kinderperspektive wie die Riesenrutsche, die Robinson-Crusoe-Bahn oder das Blütenkarussell. Doch vieles ist in den letzten Jahren hinzugekommen, wie spannenden Klettererlebnisse, auf den Spielplätzen neben der Riesenrutsche, der Taunus-Tower oder auch der Baumwipfelpfad am U3-Spielplatz.

Während ich die Handschrift der Familie Zwermann in den vielen liebevollen Details erkenne, die immer wieder zeigen, dass dieses ein familiengeführter Park ist, rennen die Kinder aufgeregt von Erlebnis zu Erlebnis.

Die nicht endende Flut an Eindrücken und Erlebnissen sorgt dafür, dass man die Zeit komplett vergisst. Als es anfängt zu dämmern, schlendern wir gemütlich in Richtung Ausgang. Ein letztes Mal verschwinden die Kinder im Bruthaus um den Küken Gute Nacht zu wünschen, dann gehen wir. Kaum sind alle angeschnallt und das Auto gestartet, höre ich von der Rückbank das gleichmäßige Atmen der glückseelig schlafenden Kinder.

© Freizeitpark Lochmühle
© Freizeitpark Lochmühle
© Freizeitpark Lochmühle

Die Autorin

Leonie Maibach

Seit 15 Jahren ist Leonie Teil des Taunus Touristik Service. Als "Wehrheimer Määdsche" ist sie zwischen römischen Zeitzeugnissen und Apfelbäumen groß geworden. Die meisten Sehenswürdigkeiten kennt sie seit Kindertagen. Die Begeisterung für diese gibt sie heute an ihre eigenen Kinder weiter.

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