Das schönste Mittelgebirge der Welt kannst Du diesen Sommer mit dem 9-Euro-Ticket zum Schnäppchenpreis erkunden. Doch wohin soll es gehen? Gefühlt sind die Möglichkeiten, die Dir der Taunus bietet, fast grenzenlos und so fällt es oft schwer, sich für eine Aktivität zu entscheiden. Wir stellen Euch in den kommenden Wochen Tagestouren vor, die ideal sind, um kurz aus dem Alltag auszusteigen und Deine Heimat neu zu entdecken.
 
Der Rundwanderweg Kurlandschaft Bad Homburg v. d. Höhe

Zugegeben, es ist schon verlockend, den Tag mit einem guten Buch faul in der Sonne liegend zu verbringen. Für heute allerdings habe ich andere Pläne. Eine große Runde durch die Kurlandschaft Bad Homburgs, auf der ich meiner Freundin zeigen möchte, was die Kur- und Kreisstadt alles bietet. Hier wohne ich seit bald drei Jahren und auch wenn ich viel zu Fuß unterwegs bin, 22 Kilometer bin ich hier am Stück noch nicht gelaufen. Das wird sich nun ändern. Und beruhigend zu wissen, dass wir einzelne Strecken auch einfach mit den Stadtbuslinien zurücklegen können, sollten wir unterwegs doch merken, das falsche Schuhwerk gewählt zu haben.

Für alle, die nicht direkt in Bad Homburg starten, ist die Anreise per Bahn zu empfehlen. Kaum am Hauptbahnhof in Frankfurt eingestiegen, erreicht man nach nur 20 Minuten die Stadt Bad Homburg v. d. Höhe. Dass Bad Homburg durch seine Lage der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen in den waldreichen Taunus ist, wurde schon im 19. Jahrhundert entdeckt, als das Wandern in vielen Kurorten als Freizeitvergnügen in Mode kam.

© Kathrin Geist

Wir beginnen unsere Wanderung im Kurpark von Bad Homburg, der mit seinen 44 ha zu einem der größten und schönsten Kurparke in Deutschland zählt. Auf einem kleinen Umweg probieren wir das Quellwasser des Elisabethenbrunnens, welches einen wesentlichen Anteil am Aufstieg der Stadt zu einem weltbekannten Heilbad hatte und auch heute noch die bedeutendste Heilquelle Bad Homburgs darstellt.

Unser Weg führt weiter durch den Kurpark, vorbei am historischen Kaiser-Wilhelms-Bad. Im Jahr 1890 erbaut, nahmen hier einst Kaiser, Könige und Fürsten Mineralbäder oder ließen sich mit Bad Homburger Heilton behandeln. Heute befindet sich in den Räumlichkeiten das Kur-Royal Day Spa, welches seinen Gästen Entspannung und Erholung im Alltag bietet.

Nach diesem doch sehr gemütlichen Start unserer Tour erwartet uns nun die erste Steigung des Tages auf unserem Weg in den Hardtwald. Wir passieren den Waldfriedhof und laufen weiter entlang des Kirdorfer Feldes, wo uns statt dem satten Grün des Waldes ein Meer aus weiß blühenden Streuobstbäumen erwartet. Schließlich führt uns unser Weg zu dem mitten im Wald schön gelegenen Pelagiusplatz, wo wir eine erste kleine Pause einlegen und einen wunderschönen Ausblick nach Bad Homburg und Frankfurt genießen.

© Taunus Touristik Service e. V.
Ohne Fleiß kein Preis

Und schon geht es weiter zu unserem nächsten Etappenziel - dem Römerkastell Saalburg, mit dem die Römer vor fast 2.000 Jahren auf dem Taunuskamm die Grenzen des Römischen Reiches schützen. Heute ist die Saalburg Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Grenzen des Römischen Reiches – Obergermanisch-Rätischer Limes“ und gibt den Besuchern einen guten Einblick in die Geschichte, Kultur und Lebensart der Römer. Leider bleibt uns für einen Besuch heute keine Zeit.

Da wir inzwischen rund 8 Kilometer zurückgelegt haben, überlegen wir kurz, im Landgasthof Saalburg einzukehren, entscheiden uns aber dagegen und steuern vom Parkplatz der Saalburg ausgehend den Herzberg an.

Der Herzberg gilt mit knapp 600 m ü.NN als Hausberg Bad Homburgs und wurde bereits seit den 1870er Jahren für Kurgäste erschlossen.  Nach einem Weg mit entsprechender Steigung kommen wir auf dem Berg an und steigen nochmals 25 m höher auf den Herzbergturm.

Aufgrund seiner Nähe zum Römerkastell und zum Limes erhielt der Aussichtsturm das Aussehen eines Römischen Wachturms. Wir haben Glück mit dem Wetter und uns bietet sich ein herrlicher Blick über Bad Homburg bis nach Frankfurt, die Main-Ebene, bis in den Vogelsberg, Spessart und Odenwald. 11 Kilometer, also die Hälfte unserer Wanderung sind geschafft.

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Nun ist aber definitiv Zeit für einen Imbiss und ein großes Glas sauergespritzten Apfelwein. Hierfür perfekt geeignet ist der beliebte Berggasthof Herzberg, auf dessen Sonnenterasse wir es uns nun erst einmal gemütlich machen.

Vorbei an Hirschen und Mäusen

Wir merken es schon, unsere heutige Tour hat es doch in sich. Aber vor uns liegen noch weitere schöne Etappenziele und nach all den bislang bewältigten Steigungen geht es von nun an nur noch bergab. Vorbei an der Felsengruppe Marmorstein, der Luther-Eiche, dem Aussichtspunkt Elisabethenstein bis hin zum Bad Homburger Hirschgarten, der zu den beliebtesten Ausflugszielen der Bad Homburger zählt. Am Kiosk der Minigolfanlage holen wir uns ein Eis und beobachten das zahme Damwild, welches auf einer großen Lichtung sein Gehege hat und sich zur Freude von Groß und Klein mit Möhren füttern lässt. Einige Familien haben sich zur Stärkung auf der Terrasse des Hirschgartenrestaurants niedergelassen, doch uns zieht es weiter.
 

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Als wir die Buslinie 11 nach Bad Homburg kommen sehen, überlegen wir kurz, uns die letzten 5 Kilometer des Weges zu sparen. Aber nein, den Rest unserer Rundwanderung schaffen wir auch noch. Wir passieren das Gothische Haus, einem ehemals landgräflichen Lusthaus und Jagdschlösschen und bleiben vor einer bronzenen Maus-Skulptur stehen, mit dem die Stadt der bekannten Maus, aus der liebtesten Kindersendung meiner Kindheit, ein Denkmal gesetzt hat.

Von hieraus laufen wir durch die wirklich schöne Tannenwaldallee in Richtung Bad Homburg, vorbei an der landgräfliche Gartenlandschaft des Gustavsgarten, einem weiteren beliebten Ausflugsziel vieler Familien. Denn für Kinder steht hier ein kleiner Fuhrpark von Bobby-Car und Rädchen bereit und auch eine Spielkiste, die kostenfrei genutzt werden darf.

© Taunus Touristik Service e.V.

Schließlich erreichen wir das Bad Homburger Schloss mit seinem markanten Weißen Turm und dem angrenzenden Schlosspark. Auch wenn der Tag nun doch schon weiter fortgeschritten ist als gedacht, lassen wir es uns nicht nehmen und gönnen uns ein Stück Nusskuchen und Erdbeertorte aus dem seit über 50 Jahren bestehenden und beliebten Café Eiding.

Das Café liegt nur einen Katzensprung entfernt vom Schlosspark und wie schon so oft, nehme ich das Backwerk mit, um es im Park zu verzehren. Und wie immer ist der Kuchen einfach unübertroffen köstlich. Kein Wunder, dass sich vor dem Café oft Schlangen bilden.

Das Résumé zu dem Tag: Unser Schuhwerk war gut gewählt und die Kurlandschaft Bad Homburgs hat wirklich vieles zu bieten. Gerne wären wir an manchen Punkten länger geblieben. Vielleicht ein Grund mehr, direkt den nächsten Ausflug mit dem 9-Euro-Ticket nach und rund um Bad Homburg zu planen.

© Kathrin Geist

Wer Lust bekommen, diesen Weg auch zu erwandern, der findet hier alle Infos, eine interaktive Karte mit allen Sehenswürdigkeiten und der Gastronomie am Wegesrand sowie auch den gpx-Track zur Tour.

Wer einzelne Wegestrecken mit den Bad Homburger Stadtbuslinien zurücklegen und so etwas Zeit gewinnen möchte, für den bieten sich folgende Streckenabschnitte an:

  • Vom Bahnhof oder Kurhaus Bad Homburg zum Waldfriedhof, mit der Linie 3 in 16 bzw. 11 Minuten.
  • Vom Waldfriedhof zum Römerkastell Saalburg mit der Linie 3 und im Anschluss der Linie 5 in insgesamt 29 Minuten.
  • Alternativ vom Kurhaus Bad Homburg mit der Linie 5 direkt zum Römerkastell Saalburg in 22 Minuten.
  • Vom Römerkastell Saalburg zum Gothischen Haus mit der Linie 5 und im Anschluss der Linie 11 in 27 Minuten.
  • Vom Gothischen Haus zum Schloss (Haltestelle Ritter-von-Marx-Brücke) mit den Linien 1 oder 11 in 11 Minuten.

Und hier ein wichtiger Nachtrag für Euch: 
Aufgrund einer beschädigten Brücke in Frankfurt-Rödelheim kommt es von Samstag, 2. Juli, bis Freitag, 30. September, zu Teilausfällen und es werden zusätzliche Umstiege notwendig. Alle Fahrten der Linie RB15 entfallen zwischen Bad Homburg und Frankfurt, die Linie S5 verkehrt nur auf Teilabschnitten.

Die Autorin

Kathrin Geist

Egal, ob Europa, Amerika oder Asien – Kathrin hat die Vielfalt unserer Welt im Rahmen ihrer vorigen Tätigkeit ausgiebig schätzen und lieben gelernt. Doch daheim ist es irgendwie am schönsten. Aufgewachsen in der nahegelegenen Wetterau hat sie schon in ihrer Kindheit viele Ausflugsziele im Taunus erkundet und ist seit diesem Jahr Teil im Team des Taunus Touristik Service.

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