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Kelten & Römer

Limes, Heidetränk Oppidum und Co: das spannende Erbe großer Kulturen
Die Spu­ren der Kel­ten und Rö­mer sind im Tau­nus nicht zu über­se­hen. Be­ein­dru­cken­de Res­te der bei­den Kul­tu­ren prä­gen an vie­len Stel­len die Land­schaft des Mit­tel­ge­bir­ges. So ge­se­hen ist der Tau­nus ei­ner der span­nends­ten Re­gio­nen Deut­sch­lands und ein El­do­ra­do für Fans von Kul­tur und Ge­schich­te. Rö­mi­sche Ge­schich­te wird vor al­lem in der Saal­burg le­ben­dig. Das be­rühm­te Bau­werk stellt das ein­zi­ge voll­stän­dig re­kon­stru­ier­te Rö­mer­ka­s­tell der Welt dar. In un­mit­tel­ba­rer Nähe der Saal­burg ver­läuft der Li­mes, das größ­ten Bo­den­denk­mal Eu­ro­pas. Die­ser ist durch den Deut­schen Li­mes-Rad­weg und den Li­me­ser­leb­nispfad Hochtau­nus er­leb­bar. Das kel­ti­sche Er­be tritt im Tau­nus durch die zahl­rei­chen Ring­wall­an­la­gen zu Ta­ge. Bei Ober­ur­sel be­fin­det sich ei­nes der eu­ro­pa­weit be­deu­tends­ten kel­ti­schen Op­pi­da, das Hei­de­tränk-Op­pi­dum (Ti­tel­bild: Rö­mer­ka­s­tell Saal­burg © Tau­nus Tou­ris­tik Ser­vice e.V.).

Keltenwanderungen

Jahrhunderte vor Christi Geburt ließen die Kelten sich im Taunus nieder. Gesteinsformationen, Gräber und Siedlungen geben Hinweise auf das damalige Leben. Wandern Sie zum Hochplateau des Altkönigs mit seinen Ringwällen oder spazieren Sie zum Heidetränk-Oppidum.

Weltkulturerbe Limes

Mit dem Ende ihrer Feldzüge gegen den germanischen Volksstamm der Chatten begannen die Römer um 100 nach Christus das rechtsrheinische Gebiet durch den obergermanisch-rätischen Limes zu sichern: Wegschneisen bewehrten sie zunächst mit hölzernen Türmen und verbanden diese später mit Palisaden. Da sich die Instandhaltung der Holzbauten als zu aufwändig herausstellte, errichteten sie nach und nach Steintürme, legten Wälle und Gräben an und bauten diese zum Teil mit einer Mauer aus. Die Grenze war nur noch an wenigen Übergängen passierbar. Mit insgesamt 550 Kilometer Länge, 900 Wachtürmen und ca. 120 Kastellen ist der Limes das größte Bodendenkmal in Europa und als solches UNESCO-Weltkulturerbe der Menschheit.

Limeserlebnispfad Hochtaunus

Der Grenzverlauf des Limes führt über die bewaldeten Höhen des Taunus und schließt in einem großen Bogen das fruchtbare Gebiet der Wetterau ein. Insbesondere auf dem 30 Kilometer langen Limeserlebnispfad Hochtaunus zwischen Glashütten und Ober-Mörlen lassen zahlreiche Informationen zu den sichtbaren Überresten, den erhaltenen und restaurierten Bauten, die römische Geschichte in Ihrer Phantasie lebendig werden.

Römerkastell Saalburg

Entlang des Limes entstanden vielerorts Militärlager, sogenannte Kastelle, deren Besatzungen die Grenze überwachten. Das lockte Händler und Handwerker an, die zusammen mit den Familien der Soldaten vor den Kastellmauern siedelten. Die Saalburg ist das einzige umfassend wieder aufgebaute Römerkastell der Welt. Inszenierte Räume, Modelle und archäologische Funde machen die Wohn- und Arbeitswelt, Kultur und Lebensart der römischen Soldaten und der Bevölkerung im umliegenden Dorf anschaulich. Für Kinder und Jugendliche finden auf der Saalburg zahlreiche Aktivitäten statt, die das Leben der Römer erlebbar machen: Bogenschießen, Speer werfen, Brotbacken, Kleidung herstellen. Römische Kinderspiele werden angeboten und Claudius, die Römerpuppe, führt durch das Kastell.

Rückzug der Römer

Mitte des 3. Jahrhunderts kam es zu Angriffen der Germanen, Feldzügen im Osten des Reichs und Bürgerkriegen. Rom war nach 160 Jahren dazu gezwungen, den Limes aufzugeben und seine rechtsrheinisch stehenden Verbände abzuziehen.

Deutsche Limes-Straße

Die römischen Denkmale, auf die man im Taunus entlang des Limes trifft, werden auch in einer Broschüre des Vereins Deutsche Limes-Straße präsentiert. Informieren Sie sich über die Relikte der Römer im Taunus und staunen Sie über die Bedeutung und Dimension, die der Grenzwall in der Taunus-Region hatte.

Freizeitangebote zum Thema Kelten & Römer

Kelten & Römer
Bad Homburg v.d. Höhe
Rö­mer­ka­s­tell Saal­burg - Ar­chäo­lo­gi­scher Park
Die Saalburg, zur Römerzeit ein Kastell mit Lagerdorf an der Grenze des Römischen Reiches zu den germanischen Stammesgebieten, wurde auf Initiative Kaiser Wilhelm II. um 1900 wieder aufgebaut. Die in der Welt einmalige Anlage gehört zum UNESCO-Welterbe Limes. Zu sehen sind die komplette Umwehrung, Gebäude aus Stein und Holz und rekonstruierte Backöfen. Inszenierte Räume, Modelle und archäologische Funde machen die Wohn- und Arbeitswelt der Soldaten und der Bevölkerung im Dorf vor den Toren anschaulich. Ein Rundgang durch die Saalburg gibt den Besuchern einen guten Einblick in die Geschichte, Kultur und Lebensart der Römer. Im Februar 2016 wurde die neue Dauerausstellung zur Urgeschichte eröffnet. Zwei neue Ausstellungsräume in den Principia widmen sich den archäologischen Funden aus der Steinzeit, der Bronze- und Eisenzeit und dem frühen Mittelalter rund um den Saalburgpass im Taunus. Die Präsentation der originalen Funde wird ergänzt durch informative Texte, Grafiken, und Hands-On-Stationen, an denen die Besucher originalgetreue Nachbildungen der Objekte betrachten und begreifen können. In dem Medienraum der Fabrica können sich die Besucher mit einem Animationsfilm in 3D über die Geschichte des Limes im Taunus und die Entwicklung der Saalburg in römischer Zeit informieren. Informative und unterhaltsame Veranstaltungen, Führungen und Aktivprogramme lassen eine vergangene Welt für Jung und Alt wieder lebendig werden. Der Aufenthalt im archäologischen Park inmitten der Taunuslandschaft macht den Besuch zu einem angenehmen und erholsamen Erlebnis. Das Kastell wird auch als stilvoller Rahmen für private Feste und Familienfeiern genutzt.
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Kelten & Römer
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Schmitten im Taunus
UNES­CO Welt­kul­tur­er­be Ober­ger­ma­ni­scher-Rae­ti­scher Li­mes
Fast 40 km des insgesamt rund 550 km langen Limes verlaufen durch den Taunus. Nirgendwo in Deutschland ist der Grenzwall größer und besser erhalten als in den Wäldern rund um den Großen Feldberg. Um 85 n. Chr. begannen die Römer mit der Anlage von Nachschub- und Kontrollwegen auf dem Taunuskamm, bereits wenig später wurden diese Wege durch den Limes gesichert. Zunächst wurde das Gebiet im hohen Taunus mit hölzernen Türmen bewacht, Jahrzehnte später folgte eine Palisade. Schließlich errichteten die Römer Steintürme, um die Provinz Germanien vom Taunus aus zu schützen. Mit dem Rückzug der Römer im Jahr 260 n. Chr. verlor der Limes im Taunus seine Bedeutung. Dies führte allerdings nicht dazu, dass das Bauwerk vollends in Vergessenheit geriet. Im Gegenteil: An vielen Stellen im Hochtaunus sind die historischen Anlagen konserviert bzw. rekonstruiert und Schautafeln installiert worden. Heute zieren zahlreiche Wachtürme die malerische Mittelgebirgslandschaft rund um die höchsten Gipfel des Taunus. Hinzu kommt eine Reihe großer und kleiner Kastelle. Das bekannteste und spannendste Bauwerk am Limes im Taunus ist die Saalburg. Sie zählt zu den beeindruckensten Bauwerken in Hessen. Erlebbar ist der Limes im Taunus unter anderem durch den Limeserlebnispfad Hochtaunus, der über 33 Kilometer von Glashütten nach Ober-Mörlen verläuft. Ausführliche Informationen über den Limes im Taunus und der benachbarten Wetterau enthält der Limesführer "Der Limes im Hochtaunus- und Wetteraukreis".
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Kelten & Römer
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Schmitten im Taunus
Li­me­ser­leb­nispfad Hochtau­nus
Der Limeserlebnispfad Hochtaunus, der sich über 33 km entlang des Taunus-Hauptkammes von Glashütten bis nach Ober-Mörlen erstreckt, zählt zu den schönsten und spannendsten Wanderwegen der Region. Der Weg wurde bereits im Jahr 2012 vom Deutschen Wanderverband als "Qualitätsweg" ausgezeichnet. Im Jahr 2015 wurde dieser Status bestätigt. Auf dem Weg, der stets entlang des Obergermanisch-Raetischen Limes verläuft und atemberaubende Ausblicke bietet, werden die Spuren des römischen Erbes im Taunus sichtbar. Vor allem die Reste der kleinen und großen Kastelle sowie die zahlreichen Wachtürme gilt es zu entdecken. Insgesamt sorgen rund ein Dutzend Bauwerke dafür, dass Geschichte lebendig wird. Hinzu kommen zahlreiche Info-Tafeln. Im Mittelpunkt der beeindruckenden historischen Anlagen steht sowohl räumlich als auch inhaltlich das Römerkastell Saalburg, welches das einzige vollständig rekonstruierte Römerkastell weltweit ist und mit einem tollen Museum sowie einem abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm besticht. Der Limeserlebnispfad Hochtaunus ist über acht Zuführungen zu erreichen. Diese Wege sind zwischen zwei und sechs Kilometer lang und führen sowohl aus dem Vordertaunus (z. B. vom Taunus-Informationszentrum) als auch aus dem Usinger Land in Richtung des Taunus-Hauptkammes. Informationsmaterial zu dem Wanderweg (auch zu den Zuführungen) erhalten Sie in der Tourist-Info im Taunus-Informationszentrum in Oberursel. Den genauen Verlauf des Pfades sehen Sie auch im Online-Wanderführer des Naturpark Taunus unter www.naturpark-taunus.de. In Richtung Westen verläuft der Limeserlebnispfad für weitere 53 Kilometer durch den Naturpark Rhein-Taunus. Informationen zum Streckenverlauf im Naturpark Rhein-Taunus erhalten Sie auf der entsprechenden Info-Seite.
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Wehrheim
Ka­s­tell Ka­pers­burg
Dort, wo der Limes nicht mehr auf dem Taunushauptkamm, sondern in fast nördlicher Richtung über eine flache Senke vor dem Saukopf verläuft, liegen auf eine Höhe von rund 420 Meter über NN die Ruinen der Kapersburg. Die Kastellruine wurde anlässlich der Anerkennung des Limes als UNESCO-Weltkulturerbe (Juli 2005) komplett restauriert und in einen Park umgestaltet. Das Kastell Kapersburg wurde bereits Ende des 1. Jahrhunderts unter Kaiser Trajan aus Holz angelegt und später durch Steinbauten ersetzt. Es hatte drei Ausbaustadien, wobei die Fundamente der letzten Ausbauphase, die teilweise konserviert wurden, am besten sichtbar sind. Seit der zweiten Ausbauphase besaß das Truppenlager ein Badegebäude, dessen steinerne Teile des Unterbaus ebenfalls konserviert wurden und heute noch sichtbar sind. Das Badeebäude befindet sich zwischen der Kapersburg und dem Limes. Darüber hinaus wurden Spuren eines Kastelldorfes östlich des Kastells am Hang des Saukopfes gefunden. Die Kapersburg wurde wohl errichtet, um das weitaus ungünster gelegene und schlechter mit Wasser zu versorgende Kleinkastell Ockstadt zu ersetzen. Die Besatzung des Kastells bestand aus einem Numerus (ca. 150 Mann) von einheimischen Hilfstruppen, die im damaligen Nida (heute Frankfurt-Heddernheim) rekrutiert worden waren. In den Alamannenstürmen Mitte des 3. Jahrhunderts ist die Kapersburg wohl mit ihrer Besatzung untergegangen. Der antike Name der Kapersburg ist übrigens nicht bekannt. Im Jahr 1482 tauchte der Name "Karpesserburgk" zum ersten Mal in einer Urkunde auf. Im 18. und auch noch 19. Jahrhundert dienten die Ruinen als Steinbruch für das nahe Pfaffenwiesbach, wo man den Bau von Schule und Kirche damit vorantrieb.
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Galerien & Museen
Hohenstein
Li­mes­in­for­ma­ti­ons­zen­trum
Im Hofgut Georgenthal befindet sich das Limesinformationszentrum für den Rheingau-Taunus-Kreis ("Limes im Hofgut" – Regionalmuseum Rheingau-Taunus). Das Museum informiert Besucher mit Hilfe von Bildern, Plänen und Texten über die Strecke des Obergermanisch-Raetischen Limes durch den Untertaunus. Ausgestellt sind auch einmalige Originalfundstücke aus der Römerzeit. Der Limes durchzieht den Rheingau-Taunus-Kreis auf einer Länge von rund 42 km. Im Verlauf dieser Strecke durchläuft er nicht nur die Gemarkung der Gemeinde Hohenstein, sondern auch die Kommunen Heidenrod, Bad Schwalbach, Taunusstein, Hünstetten, Idstein und Niedernhausen. Insgesamt sechs Kastelle und 51 Wachtürme sind für den Abschnitt des Grenzwalls durch den Rheingau-Taunus-Kreis nachgewiesen. In Hohenstein befinden sich Spuren des Limes im Gebiet der Ortsteile Breithardt, Born und Steckenroth. Auf einer Strecke von rund 5 km kreuzt der mächtige Grenzwall zahlreiche Höhenrücken und kleine Wasserläufe. Insgesamt acht römische Turmstellen wurden in Hohenstein nachgewiesen. Nördlich des Ortsteils Born zeigt die antike Grenze zudem eine Besonderheit: auf einer Länge von rund 300 Metern verläuft am steilen Hang eine bis zu vier Meter hohe Geländekante. Dort konnten die römischen Grenztruppen aufgrund der Hangneigung vermutlich keinen Graben ausheben und schufen als Annäherungshindernis einen wandartig aufsteigenden Absatz. Neben dem Limesinformationszentrum für den Rheingau-Taunus-Kreis machen z.B. zwei Wanderwege das römische Erbe in Hohenstein erlebbar: der 5,5 km lange „Limesrundweg Georgenthal“ mit sieben Tafeln sowie der mit neun Tafeln ausgestattete "Limesrundweg Hohenstein" (5 km). Ausgangspunkt für beide Wanderungen ist der Parkplatz „Sechsarmiger Stock“ an der Straße zwischen den Breithardt und Born.
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Galerien & Museen