Unser Ausflug auf der Wildschwein-Route

Noch ist der gemeinsame Tenor auf der Rückbank nicht besonders optimistisch. „Wir haben keine Lust auf einen Spaziergang, das ist so langweilig“, tönt es aus drei Kindermündern. Das mag ja sein, meine lieben Faultierchen, aber wir gehen heute ja auch nicht einfach nur spazieren: Wir werden heute Wildschwein-Experten.

Wir rollen auf dem Parkplatz neben dem Sportplatz in Neu-Anspach-Hausen an. Schon beim Aussteigen entdecken die Kinder das „Eingangsschild“ zur Wildschweinroute. Könnte also doch ganz lustig werden? Jeder darf mal in die Rolle des Wildschweins schlüpfen, dann geht es los.

Zuerst spazieren wir noch auf dem geteerten, sonnenbeschienen Weg in Richtung Waldrand. Voller Energie starten wir ein kleines Wettrennen in Richtung der ersten Station. Direkt danach erreichen wir das Gelände einer Waldkindergartengruppe. Mit fachmännischem Blick untersuchen wir das Insektenhotel, das zwar nicht Teil der Wildschweinroute ist, aber deswegen nicht weniger spannend. Aber die erste Pause einzulegen, wenn man noch fast den Parkplatz sehen kann, wäre sehr unsportlich und dazu ist die Neugierde, was die Jungs sonst noch so entdecken können auch einfach zu groß.

© Leonie Maibach
Über Stock und Stein

Also schnell weiter, vorbei an dem Hochstand und den Informationen über die Tiere, die in den Wiesen wohnen. Während ich noch versuche, den Jungs den pädagogischen Teil zu vermitteln, sind die schon auf der Suche nach der nächsten Station, damit sie später auch ganz sicher ihr Diplom als Wildschwein-Experte bekommen können.

Kaum am Barfußpfad angekommen, werden die Schuhe und Socken schon von den Füßen gezerrt. Einhelliges Urteil: Kleine Steine sind ganz schön gemein, die Baumscheiben fühlen sich okay an und am Schönsten ist es, Sand unter den Füßen zu haben. Zwischen den Bäumen bietet das Lichtspiel eine entspannte Atmosphäre und die Kinder staunen über die Holzkunstwerke, die den Weg säumen.

© Leonie Maibach
Wo wohnt eigentlich Batman?

Wir schlendern weiter zur Fledermaushöhle, der „Bat-Cave“, wie der Große mit ernster Miene seinen Brüdern erklärt. Leider können die Kinder keine Fledermaus erkennen, aber auch hier weiß das große Kind: „Fledermäuse schlafen tagsüber, weil sie nachts umherfliegen.“ Lange halten wir uns aber auch hier nicht auf, denn die nächsten Erlebnisse wollen entdeckt werden.

So wird das Baumtelefon bestaunt und beim Tierweitsprung versuchen sich die Kinder immer wieder gegenseitig zu überbieten. Hier geht es dicht auf dicht mit den Eindrücken: Das Waldxylophon begeistert die Jungs besonders. Wie unterschiedlich Holz doch klingen kann… Um die Ecke gebogen geht es auch schon wieder aus dem Wald heraus und entlang des Waldrands finden wir eine Beine-Baumel-Bank. Wir machen eine Pause und lassen uns von den Frühlingsstrahlen das Gesicht wärmen.

Und dann geht es auch schon auf die letzte Etappe der Wildschwein-Route: Durch die Wiese wird noch gerannt, der letzte Hügel fordert allerdings die kurzen Kinderbeine ein wenig heraus. Doch oben angekommen werden die Kleinen wieder munter. Am Anfang noch äußerst skeptisch, was den „Spaziergang“ angeht, höre ich jetzt durchaus Enttäuschung, dass der Parkplatz schon wieder in Sichtweite ist. Auf der Rückfahrt nach Hause sind sich die Jungs einig: „Da wollen wir bald wieder hin“

© Leonie Maibach
Fazit: Die Wildschweinroute ist definitiv auch für kleine Faultiere der perfekte Einstieg in die Wanderwelt im Taunus.

Die Autorin

Leonie Maibach

Seit 15 Jahren ist Leonie Teil des Taunus Touristik Service. Als "Wehrheimer Määdsche" ist sie zwischen römischen Zeitzeugnissen und Apfelbäumen groß geworden. Die meisten Sehenswürdigkeiten kennt sie seit Kindertagen. Die Begeisterung für diese gibt sie heute an ihre eigenen Kinder weiter.

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