Ebbelwoi, Äppler, Schoppe, Stöffche – Wie Ihr es nennen wollt, bleibt Euch überlassen.

Richtig wird das Nationalgetränk der Hessen in einem Bembel angereicht, die „Gerippten“ (Apfelweingläser) auf dem Tisch verteilt und alle teilen sich den Krug. Es hat schon etwas Zeremonielles, wenn man nicht nur seine Zeit miteinander teilt, sondern auch das Getränk. Jeder, der im Taunus groß geworden ist, kennt jemanden, der im Keller selber keltert. Dass der Apfelwein nicht nur Kult-Getränk, sondern Kultur-Gut ist, ist für echte Hessen immer außer Frage gewesen. Nun ist es auch international anerkannt. Stolz verkünden wir:

Das UNESCO-Kulturerbe wächst an unseren Bäumen,
reift in unseren Kellern und glitzert in unseren Gläsern.

Vom Apfel zum Äppler

Als immaterielles Kulturgut verbindet die handwerkliche Apfelweinkultur die Fähigkeiten um die Bewirtschaftung der Streuobstwiesen mit dem über Generationen weitergegebene Wissen der Apfelweinherstellung. Die Landschaft im Taunus ist geprägt von den weiten Streuobstwiesen, die im Frühjahr ein Blütenmeer bieten und im Sommer und Herbst voller saftiger Äpfel hängen. Die reifen Äpfel werden vom Baum geschüttelt und zu einer grobkörnigen Maische zerkleinert. Der daraus gewonnene Saft wird mit Hefe versetzt und gegärt. Durch den Gärungsprozess entwickeln sich würzig-fruchtige Aromen.

© Kelterei Steden


Die handwerkliche Apfelweinkultur betreiben häufig Familien, Vereine und Keltergemeinschaften, die ihr eigenes Obst anbauen und keltern. Traditionell werden Wissen und Können um die Herstellung des Apfelweins innerhalb von Familien über Generationen hinweg weitergegeben. Darüber hinaus existieren viele Straußenwirtschaften und Kleinkeltereien, die ihre eigenen geschmacklichen Traditionen und Aromen entwickelt haben.

Wenn Ihr nun einen kulturellen Abend der besonderen Art verbringen wollt, haben wir eine Reihe an Vorschlägen zusammengestellt:

„Wo’s Kränzchen hängt, werd’ ausgeschenkt.”

Immenhof - Obstanbau & Apfelwein-Kelterei Henrich

Umgegeben von den eigenen Obstbäumen liegt der denkmalgeschützte Fachwerkhof der Familie Henrich. Seit Generationen wurde hier die heimische Landwirtschaft groß geschrieben und auch heute ist der Immenhof für seinen Obstanbau und die traditionelle Kelterei bekannt.
In dem liebevoll restaurierten Gebäude und der geräumigen Festscheune kann man bei hessischer Küche im Herzen von Bad Soden-Neuenhain einkehren und feiern. Während Erntezeit und Produktion werden Keltereivorführungen mit und ohne Apfellese angeboten (Zeitraum: August bis November). Themenschwerpunkte sind der Obstanbau und die Saftherstellung mit dem Schwerpunkt "Der Apfel - vom Baum ins Glas". Mehr Infos

© Hessen Agentur, Roman Knie

Apfelwein Müller

Typisch hessisch und gutbürgerlich. Das Traditionslokal in Eschborn-Niederhöchstadt im alten Fachwerkhaus bereitet mit Liebe und Hingabe hochwertige Lebensmittel von ausgewählten Lieferanten für Euch zu. Hier könnt Ihr in netter Atmosphäre und herzlicher Geselligkeit leckere Speisen zu fairen Preisen genießen. Natürlich gibt es auch das hessische Nationalgetränk, guten Apfelwein. Für Gäste werden verschiedene Veranstaltungen wie zum Beispiel Mundart- und Kleinkunstabende angeboten. Legendär ist die große Party nach dem Eschborner Fastnachtsumzug, der direkt am Haus vorbeiführt. mehr dazu

© Apfelwein Müller

Kelterei Steden und Ebbelwoi-Straußwirtschaft "Alt Orschel"

Die Kelterei Steden stellt neben Apfelwein, auch Apfelsaft und diverse Destillate her. Die Produkte des Familienunternehmens stammen ausschließlich aus Oberursel. Somit unterstützt man beim Kauf der Erzeugnisse nachhaltig Erhalt und Pflege von Streuobstwiesen in der Brunnenstadt. In der seit 1979 bestehenden Ebbelwoi-Straußwirtschaft "Alt Orschel" inmitten der Oberurseler Altstadt herrschen Atmosphäre, Wohlgefühl und Gastlichkeit. In einem gemütlichen Innenhof werden typisch hessische Gerichte gereicht, deren Zutaten ausschließlich von regionalen Lieferanten und Herstellern stammen. mehr Infos

Zwei Brüder© Kelterei Steden

Gasthaus zum Taunus

Seit 1774 sorgt die Familie Bender in Kelkheim (Taunus) für das leibliche Wohl ihrer Gäste. Heute, in siebter Generation, halten die Gebrüder Bender Oma Annas Rezepte aus der guten alten Zeit am Leben. Natürlich mit frischen Zutaten aus der Region und Apfelwein von den eigenen rund 1.300 Apfelbäumen, die die Familie vor langer Zeit gepflanzt hat, um die Qualität vom eigenen Stöffche zu gewährleisten. Auf diesen lauschigen Streuobstwiesen, Schäfer Jakobs Apfelland genannt, werden übrigens alle, die nicht fußlahm sind, auch gerne bewirtet. Bei so viel regionaler Verbundenheit und so gutem Essen sind die kulinarischen Auszeichnungen freilich nicht fern. Mehr Infos

© Gasthaus Zum Taunus

Deutsches Haus

Das Deutsche Haus ist eines der ältesten Gasthäuser und das älteste Apfelweinlokal der Stadt Bad Nauheim. 1650 erstmals als Bauernhof erwähnt, wurden dort schon Ende des 18. Jahrhunderts Gäste bewirtet und seit 1882 Apfelwein gekeltert. Sogar der berühmt-berüchtigte Räuberhauptmann Schinderhannes soll hier eingekehrt sein. So viel Tradition verpflichtet: zu gutem, selbst gekeltertem Apfelwein und typisch hessischen Gerichten wie Handkäs, Schäufelchen, Rippchen mit Sauerkraut, Handkäsbratwürsten und gebackenem Handkäs. Voll lecker – und urgemütlich. Mehr Infos

© BNST, Norbert Fischer

Hof Gimbach

Im Jahr 1488 wurde der herrschaftliche Hof Gimbach in Kelkheim (Taunus) erstmals urkundlich erwähnt. Für einen Besuch der Kapelle, die 1709 in der Nachbarschaft gebaut wurde, gewährte Papst Clemens XI. einen vollkommenen Ablass der Sünden. Und so kamen bis zum Abbruch der Kapelle im Jahr 1830 die Pilger zahlreich – wohl auch wegen des Wirtshauses. Und sie kommen noch immer. Denn der Gimbacher Hof ist heute eine ideale Kombination von Gastronomie und Landwirtschaft. Produkte aus eigenem Anbau kommen hier frisch auf den Teller oder ins Glas. Zu den Spezialitäten der hessischen Küche passt ein sauergespritzter Apfelwein von den eigenen Äpfeln oder naturtrüber Apfelsaft. Mehr Infos

© Taunus Touristik Service e.V.

Gasthaus Zur Talmühle

Die herrliche Lage im Stahlnhainer Grund zwischen Neu-Anspach und Hessenpark ist sicher nicht der einzige Grund, weshalb die Talmühle ein ideales Ausflugsziel ist. Schon zur Gründungszeit im Jahre 1901 war der selbst gekelterte Apfelwein eine der Attraktionen. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und wo Apfelwein selbst gemacht wird, dort können Sie im Herbst auch frischen Süßen und Rauscher genießen. Die Küche ist gutbürgerlich und bietet vom Handkäs mit Musik über Schnitzel bis hin zum Rump- und Lendensteak alles, was das Herz begehrt. Der Biergarten liegt direkt neben dem alten Mühlweiher und die freilaufenden Hühner, Ziegen und Gänse schaffen eine gemütliche und ländliche Atmosphäre. Mehr Infos

© Gasthaus Zur Talmühle, Hannelore Priester

Gasthof Walkmühle in Idstein

Das gemütlich-urige Gasthaus Walkmühle in Idstein im Taunus kann auf eine lange Tradition zurückblicken, denn bereits seit 1850 ist es im Familienbesitz. Der Ur-Großvater des jetzigen Besitzers kaufte die Mühle am Ortsrand von Walsdorf und lieferte bald danach das erste elektrische Licht und versorgte Walsdorf über 50 Jahre lang mit Strom.
Auf der Speisekarte stehen immer frische Saisongerichte und heimische Spezialitäten, unter anderem auch Wild. Hier kann man sich auch selbstgebackenen Kuchen und selbsthergestellten Apfelwein, ausschließlich von eigenen ungespritzten Äpfeln, so richtig munden lassen. Mehr Infos

© Gasthof Walkmühle

Gasthof Kern

Im Idsteiner Ortsteil Oberauroff, abseits jeglichen Lärms, eingebettet in waldreiche Umgebung mit vielen Wandermöglichkeiten, liegt idyllisch der im Fachwerkstil erbaute Gasthof Kern. Seit 1885 befindet er sich im Besitz der Familie, die bis heute die Tradition gutbürgerlicher Küche, Nassauer und Hessischer Spezialitäten bewahrt. Etwa mit Hausmacherwurst, selbst gekeltertem Apfelwein, naturtrübem Apfelsaft und Eigenbrand Calvados-Art. Im Innenhof ist bei schönem Wetter der Biergarten mit Apfelweinlounge für Sie geöffnet. Mehr Infos

© Gasthof Kern

Kleines Apfelwein-Lexikon:

Süßen, den frischen, alkholfreien Apfelsaft gibt es direkt nach der Apfelernte.
Nach wenigen Tagen entsteht mit den ersten Gärprozessen der Rauscher, der nicht nur auf der Zunge prickelt, sondern auch direkt im Kopf.
Beim Sauergespritzten wird der Apfelwein mit Mineralwasser verdünnt, wodurch er sehr erfrischend wird.
Der Süßgespritzte ist, wenn man den Apfelwein mit Limonade mischt. Allerdings wird dies von den Kelterern nicht gerne gesehen, weswegen einem im Lokal dann gerne mal Limonade und Apfelwein getrennt hingestellt werden, damit man dieses "Frevel" selbst vollziehen kann.

© Kelterei Steden

Servierhinweis:

Am Besten schmeckt das hessische Kultgetränk, wenn man es in Gesellschaft genießt. Also nichts wie los und testet die Eigenkreationen der einzelnen Kelterer und Straußenwirtschaften am Besten mit Euren Liebsten und Freunden.

Die Autorin

Leonie Maibach

Seit 15 Jahren ist Leonie Teil des Taunus Touristik Service. Als "Wehrheimer Määdsche" ist sie zwischen römischen Zeitzeugnissen und Apfelbäumen groß geworden. Die meisten Sehenswürdigkeiten kennt sie seit Kindertagen. Die Begeisterung für diese gibt sie heute an ihre eigenen Kinder weiter.

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