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Taunus Schinderhannes Steig erneut ausgezeichnet 

veröffentlicht am 17.01.2020
Der Taunus Touristik Service e.V. ist in das neue Messejahr gestartet: Gemeinsam mit dem Naturpark Taunus hat sich der Dachverband für die Freizeitregion Taunus am vergangenen Wochenende auf der Stuttgarter Urlaubsmesse ‚Caravaning Motor Touristik‘ (CMT) präsentiert. Im Rahmen der Messe erhielt der Naturpark Taunus vom Deutschen Wanderverband die Urkunde zur Rezertifizierung des „Taunus Schinderhannes Steigs“ als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“.

Ein großer Erfolg und eine Auszeichnung mit Strahlkraft über die Region hinaus, sind sich Landrat Ulrich Krebs als Vorsitzender des Naturparks und TTS-Vorsitzender Roland Seel einig. Mit dem Wandersiegel werde dem Taunus Schinderhannes Steig eine hohe Qualität bescheinigt.

Die CMT in Stuttgart begann an ihrem ersten Wochenende mit einem neuen Besucherrekord: Rund 90.000 Besucher informierten sich über verschiedenste Urlaubsmöglichkeiten. Viele Interessenten fanden ihren Weg zum Taunus-Stand und informierten sich zu den Angeboten aus der Region, u. a. zu Rad- und Wandermöglichkeiten, der Campingbroschüre oder Ausflugszielen. Auch der neu aufgelegte Flyer zum Taunus Schinderhannes Steig erfreute sich großer Beliebtheit. Insgesamt konnte der Taunus mit seiner Kultur- und Geschichtsvielfalt mit Besonderheiten wie dem UNESCO Welterbe Limes sowie mit seiner Natur überzeugen. Immerhin liegen gleich zwei Naturparke (Naturpark Taunus und Naturpark Rhein-Taunus) in der Region, die zusammen viele Hundert Kilometer Wanderwege bereitstellen.

Im Naturpark Taunus gibt es zwei ausgezeichnete Qualitätswanderwege: Den nun rezertifizierten „Taunus Schinderhannes Steig“, der auf 38,5 km als eigenständiger Wanderweg entdeckt werden kann, aber auch ein Teil des insgesamt 180 km langen Schinderhannespfads ist, sowie den Limeserlebnispfad Hochtaunus, der sich im Naturpark Rhein-Taunus als Limeserlebnispfad Untertaunus fortführt und mit diesem zusammen 86 km lang ist.

Der Taunus Schinderhannes Steig kann in beide Richtungen gewandert werden und beginnt dementsprechend entweder am Gimbacher Hof in Kelkheim oder an der Kirchruine Landstein in Weilrod. In der neu aufgelegten Broschüre des Naturpark Taunus ist der Weg in vier Etappen unterteilt, die auch zu längeren Touren kombiniert werden können. Eine ÖPNV-Anbindung ist ebenfalls gegeben, so dass die einzelnen Etappen auch als Tagesstrecken gewandert werden können.

Benannt wurde der Weg nach dem berühmt-berüchtigten „Schinderhannes“. Bei diesem handelt es sich den Räuber Johannes Bückler, der um 1800 in den Wäldern von Taunus und Hunsrück gelebt und dort Angst und Schrecken verbreitet hat. In den Erzählungen hat er zwei Gesichter: Einerseits ein historischer Schwerverbrecher, andererseits eine Art Robin Hood, der seine Beute von reichen Leuten an die Armen verteilt haben soll. Für diese Sicht der Dinge gibt es aber keine Belege, wahrscheinlicher ist, dass er es lediglich auf Beute aus war, unabhängig von der Herkunft seiner Opfer. 1803 wurde er für seine Taten zusammen mit 19 anderen Verbrechern vor den Toren von Mainz hingerichtet.

Von dieser düsteren Vergangenheit ist im Taunus heute nichts mehr zu spüren, aber der waldreiche Steig lässt erahnen, dass die Taunus-Wälder dem Schinderhannes reichlich Unterschlupfmöglichkeiten geboten hat. Der Taunus Schinderhannes Steig wurde 2013 erstmals zertifiziert und 2016 und 2019/2020 jeweils rezertifiziert. Diese Auszeichnung bescheinigt dem Weg eine durchgehend hohe Qualität, die sich u.a. in der Zuverlässigkeit der Beschilderung und den Einkehrmöglichkeiten am Wegesrand zeigt. Der beliebte Wanderweg bietet alles, was man für eine gelungene Wanderung braucht: besondere Naturmomente, einzigartige Ausblicke auf den Taunus und die Rhein-Main-Ebene sowie eine abwechslungsreiche Wegeführung.